Text Bistro

Wann: jeden Montag ab 18.00 Uhr

Wo: Herzogstrasse 16, Lüdenscheid

Eine junge Besucherin im Bistro hat im Anschluss an ihren Bistrobesuch ganz aufgekratzt ihrem Freund die halbe Nacht vom Bistro berichtet und am nächsten Montagabend kamen sie zu zweit! Ein Abend im Bistro ist etwas ganz Besonderes.

Nach dem Link:

„Warum kommt ihr eigentlich?“ So lautete eine Frage in einer Umfrage an unsere Besucher. Die meisten antworteten etwa so: „Um unter Leute zu kommen.“
Ab 18:00 Uhr gibt es zuerst Kaffee für alle, manchmal auch Kekse oder Kuchen. Es kommen zwischen 30 und 70 sehr unterschiedliche Menschen ins Bistro im Gemeindezentrum der Erlöserkirche in Lüdenscheid. In einer gemütlichen Atmosphäre besteht die Möglichkeit zum Austausch, zum Karten spielen oder einfach nur dabei zu sein. Später gibt es ermutigende Wort und Hinweise auf Veranstaltungen oder kostenlose Mahlzeiten und dann wird gemeinsam gegessen. Im Anschluss kann sich Jeder Brot und Gebäck mitnehmen, das wir von einem ortsansässigen Bäcker geschenkt bekommen. Herzliche Einladung an alle, einem Montagabend mit uns zu verbringen!

Hier ein Bericht aus Oktober 2024:
Ein ganz normaler Montagabend im Bistro des OFKs …
… startet bei uns derzeitig um 17.00 Uhr, und zwar in der Jugendetage des Gemeindezentrums der Erlöserkirche. OFK steht für den Obdachlosen-Freundeskreis der Kirche Oberrahmede. Der findet nicht in Oberrahmede statt, das wäre zu weit draußen, sondern im Herzen der Stadt Lüdenscheid. Um 17.00 Uhr kommen die sieben Teilnehmer unseres Gitarrenkurses. Man zeigt stolz seine neue Gitarre und hört andächtig dem zu, der erste Akkordgriffe vermittelt. Zwischenzeitlich kommt der Einkäufer, bringt Brot und Käse. Und die Helferinnen sind auch schon da, die setzten zuerst den ganz wichtigen Kaffee auf und schmieren Brote. Den Aufschnitt bringt jemand von der Tafel mit. Draußen vor der Tür sammeln sich schon unsere Leute, warten mehr oder weniger geduldig. Um 18.00 Uhr wird es kurz unübersichtlich, der Gitarrenkurs endet, einige gehen, andere bleiben und die Türen öffnen sich, alle strömen herein und werden herzlich begrüßt. Mit Kaffee und Keksen geht’s los, es werden Karten gespielt und palavert. Draußen sind immer einige die rauchen, heute gibt’s da einen Streit zu schlichten. Wir Mitarbeiter werden von vielen der über 40 Besucher heute angesprochen. Die meisten kennen wir schon lange, einige sind jedes Mal da, andere selten. Nur einzelne von ihnen sind tatsächlich obdachlos, aber Nöte gibt es viele. Um 19.00 sagen einige Teilnehmer, es soll losgehen. Heute wird Markus 10 zitiert: „…Wer die Macht hat, nutzt sie rücksichtslos aus… Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen.“ Und wir kommen ins Gespräch, über Macht und das Ausnutzen von Macht, fühlen uns ausgenutzt – und auch ertappt. Dann steht da noch, dass Jesus nicht kam, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen. Das lässt uns staunen. Dieser Gott ist anders! Und wir hoffen, dass er uns hilft, anders zu sein. Die Atmosphäre ist dicht und aufmerksam. Man sieht sowohl bestätigendes Nicken als auch fragende Augen und Stirnrunzeln. Doch nun gibt es erst mal das vorbereitete Essen für alle. Das übriggebliebene Gebäck einer naheliegenden Bäckerei wurde abgeholt und wird nun auch verteilt an dankbare Abnehmer. Wir nehmen uns jetzt noch Zeit für komplizierte Anfragen von Einzelnen, wo es um Jobcenter, Ausländerbehörde, Bedarfe oder Wohnungssuche geht. Manchmal können wir dann mit Möbeln aus unserem Lager aushelfen oder wir begleiten später Behördengänge. Es ist ein fröhlicher Abschied. Bis wir wieder zuschließen ist es 20.30 Uhr. Puh. Heute war es voll! Es waren viele! Und es hat Spaß gemacht!