Text Geschichte

Im November 1992 lag die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze erst kurz hinter uns und viele Menschen aus Ostdeutschland kamen in den goldenen Westen. In Lüdenscheid ergab sich daraus ein Wohnungsnotstand. Etwa 50 Personen schliefen auf der Straße. Das war für die damalige Pastorin Monika Deitenbeck-Goseberg ein unerträglicher Zustand….

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Alle evangelischen, katholischen, freikirchlichen Gemeinden, CVJMs, Verbände, Gewerkschaftsgruppen u.a. wurden zu einem Treffen eingeladen. 56 VertreterInnen kamen. Das wurde die Geburtsstunde des OFK.

Von da an überschlugen sich die Ereignisse. Spenden und Sachspenden von allen Seiten, Benefizkonzerte, Weihnachtsfeiern zugunsten der Obdachlosen und vieles andere mehr.

In den Wochen bis Weihnachten hatten die LüdenscheiderInnen 143.000 DM zusammengespendet. 3 Container und 10 Wohnwagen wurden davon finanziert und von der JUH betreut. Der OFK übernahm in ehrenamtliche Arbeit die Betreuung der Betroffenen.

Woche für Woche suchten wir die Menschen in den Containern und Wohnwagen auf, lernten sie kennen, hatten Gespräche, holten sie heraus und nahmen sie mit zu Festen, Feiern, Konzerten und Veranstaltungen. Wir lernten von den Mitarbeitern der Caritas unser Konzept:  Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Dezember 1993 schrieben wir alle Wohnungsgesellschaften in Lüdenscheid an und fragten sie nach einem Wagnis: uns als OFK-Wohnungen zu vermieten, in denen wir als unsere Untermieter wohnfähige Menschen aus den Containern einmieten könnten. Eine Gesellschaft meldete sich zurück, und ab Januar 1994 bekamen wir die ersten beiden Wohnungen vermietet.

Inzwischen waren die Container aufgelöst und andere Notunterkünfte geschaffen worden.

Die Arbeit des OFK verzahnte sich seit Mitte der 90ger Jahre Zug um Zug mit der Arbeit der Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede. Zunehmend stammten die ehrenamtlich Mitarbeitenden von dort, wurden dort die Menschen aus Containern und Wohnungslosigkeit integriert. Bei Festen und Feiern packten diese in den praktischen Auf- und Abbau-Arbeiten mit an. Bald entdeckten wir das Thema „Gastfreundschaft“.

In den Jahren entwickelte sich ein wertvoller Prozess: Der OFK wuchs als große Familie zusammen. Wenn jemand ins Krankhaus musste, wurde er besucht, die Geburtstage wurden zusammen gefeiert, alle großen Feste gemeinsam verbracht, gemeinsame Ausflüge veranstaltet, Aufgaben übernommen, zur jährlichen Gemeindefreizeit mitgefahren und vieles andere mehr.

Unser Dank gilt allen Helfern, die durch die über 30 Jahre kamen, blieben und gingen.
Und allen treuen Spendern und Unterstützern. Danke auch an alle Betroffenen, die sich bis heute einbringen!